Danke

Lieber Leser,

die letzten Tage haben mich überraschend viele Leute auf diesen Blog angesprochen. Wenn ich ‚überraschend‘ benutze, meine ich damit mein Staunen darüber, dass jemand diese Texte liest. Jedoch freut es mich überaus. Danke dafür.

Es ist 23.33 Uhr, ich komme von einem Gig. Es gibt verschiedene Arten von Gigs. Heute war einer jener, die ein guter Freund von mir GBG nennt: General Business Gigs. In anderen Worten: Man macht es mehr oder weniger des Geldes wegen. Das ist sehr schade und kommt glücklicherweise nicht oft vor.

Wenn ich „normalen“ Leuten verrate, dass ich beruflich Gitarre spiele, werde ich den Großteil der Fälle erstmal schräg betrachtet und in eine Schublade gepackt. Was folgt ist nach ein paar dieser Erfahrungen tatsächlich sehr berechenbar: Der Gegenüber guckt einen kurz verstört an. Das ist lustig, weil man das Gehirn des Gegenübers hart arbeiten sieht. Danach folgt die ehrlich gesagt enttäuschende Frage: „Kann man davon leben?“
Interessante Fragestellung. Ich hab mir noch nie wirklich Gedanken darüber gemacht, welche Antwort sich die Leute erhoffen, geschweige denn, was sie eigentlich mit der Frage meinen. Vielleicht ist sie aufs reine Finanzielle bezogen, ich bin mir allerdings nicht sicher (Notiz an mich: Das nächste mal nachfragen!).
Anfangs bejahte ich diese Frage einfach ohne groß zu kommentieren. Mitlerweile habe ich mir ein paar Antworten zurecht gelegt. Mal erwiedere ich, dass ich nebenbei noch Pornofilme drehe. Anderemale entgegne ich trocken, ich sei noch Hobbygynäkologe. Damit fahre ich soweit ganz gut.
Leute lernen in der Regel keine Berufsmusiker kennen. Dewswegen ist es für sie schwer zu verstehen, wie der Tag eines Musikers abläuft. Vielleicht schreib ich mal einen Artikel darüber.

Back to Topic: Mein ‚GBG‘ ist relativ schmerzlos verlaufen. Mein persönliches Ziel ist es, weniger ‚GBG‘ zu machen, was nächstes Jahr auf jeden Fall passieren wird. Und selbst wenn nicht: Ich hab nach wie vor das große Privileg von der Musik leben (was auch immer das heißen mag) zu können und das ist letztlich was Gutes. Auch dafür bin ich dankbar.

Gestern allerdings hatte ich einen unglaublich schönen Auftritt. Ich war ich mit der Schlosstheater Band auf der Innung der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe unterwegs. Geiler Job. Alles hat gepasst. Die Moderation war lustig, wir haben geile Musik gespielt, die Leute waren glücklich und der Groove war stark zu fühlen.
Ich bin anschließend nach Hause gefahren und hab mich ins Bett gelegt um den Tag Revue passieren zu lassen. Und obwohl ich aufgrund meiner Erkältung beschissen geschlafen habe und eigentlich für die Gig nicht wirklich fit war, lief alles so gut wie reibungslos.
Meine Erkältung legt sich langsam übrigens. Das ist ein befriedigendes Gefühl.

Um die obigen Themen zu bündeln und zu einem guten Schlusswort zu kommen: Die obigen Themen haben nichts miteinander zu tun und mir fällt kein guter Schlusssatz ein.

T.